Im Test: Der Lightwave Ultrahike 60 – ein leichter und dennoch verlässlicher Begleiter auf Mehrtagestouren

Leichter ist besser! Davon sind viele Outdoorgänger und Langstreckenwanderer überzeugt. Doch auf ein gewisses Maß an Stabilität sollte man nicht verzichten. Ob dem Ultrahike 60 der Spagat zwischen Leichtgewicht und Allespacker gelingt?

Darstellung mit freundlicher Genehmigung des Wieland Verlags: www.wieland-verlag.com. Text & Bilder: Underwood Publishing

 

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Genug ist genug
Zwischen ultraleicht und ultrastabil gibt es noch eine Klasse an Rucksäcken: die leichte. Zu der gehört der Ultrahike 60 des britisch-französisch-neuseeländischen Outdoorunternehmens Lightwave.
Text & Fotos: Oliver Lang-Geffroy

Wie ein roter Faden durchzieht der Verzicht auf unnötige Extras das gesamte Produktspektrum von Lightwave. Das umfasst neben leichtgewichtigen Zelten (mit denen 2002 alles losging) auch Schlafsäcke und Rucksäcke. Carol McDermott ist der Gründer des Unternehmens und die treibende Kraft hinter diesem minimalistischen Ansatz. Dazu passt, dass man es sich bewusst schenkt, jedes Jahr aufs Neue Updates zu präsentieren. Denn die sind, so die Überzeugung des erfahrenen Bergsteigers, häufig mehr vom Streben nach Profit als vom Streben nach höherem Nutzwert getrieben. Und so kann man den Ultrahike 60 fast schon als Klassiker im Programm sehen.

Dass weniger mehr sein kann, ist unter Outdoorgängern ohnehin kein Geheimnis. Vor allem beim Gewicht darf es weniger sein. Denn wer die für mehrere Tage benötigte Ausrüstung selbst über längere Strecken tragen muss, wird jedes zuviel eingepackte „Gramm“ spüren bis verfluchen. Mehr als 30 Prozent des eigenen Gewichts sollten es eher nicht sein. Und die hat man schnell beisammen, vor allem, wenn man unterwegs keine Möglichkeit hat, an Lebensmittel und Wasser zu kommen.

Beim Rucksack mit dem „Gewichtsparen“ anzufangen ist ein guter Start. Viele, die den Ultrahike 60 zum ersten Mal in die Hand nehmen werden überrascht sein: „Ist der leicht!“. Zwar gibt es noch leichtere Rucksäcke in dieser Größe, doch mit einem Gewicht von 1190 Gramm (gemessen) ist der 60-Liter-Rucksack sehr gut dabei. Er wirkt angenehm stabil und verträgt laut Hersteller bis zu maximal 20 Kilogramm Zuladung. Die Schultergurte und der Hüftgurt sind sehr gut gepolstert und zum Rücken hin dämpft eine einteilige Schicht aus EVA-Schaum (zum unteren Rücken hin stärker) etwaige Druckpunkte ab. Ein M-förmig vorgebogener, unten offener Aluminiumrahmen mit 8,5 Millimeter Stärke ist theoretisch entnehmbar, verleiht dem Rucksack aber eine gewisse Steifigkeit und unterstützt die Lastverteilung.

Der anliegende Sitz geht zu Lasten der Rückenbelüftung, bringt jedoch einige Vorteile mit sich: Die Bewegungsfreiheit wird durch den körpernahen Schwerpunkt optimiert und die Last wird gleichmäßig und gut an den Rumpf übertragen – was wiederum das Tragen mit mehr Beladung erleichtert.

 

Alles dran: Lageverstellriemen, ein Tragegriff, ein Ausgang für den Schlauch der Trinkblase und ein wasserdichtes Deckelfach sind kein unnötiger Luxus.

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Die Front und der Deckel des Toploaders bestehen aus wasserdicht ausgerüstetem Material mit geschweißten oder versiegelten Nähten. Auch der Reißverschluss des einfachen, aber großzügigen Deckelfachs lässt kein Regenwasser durch. Der Packsack ist zum Rücken hin auf zwei Drittel der Höhe abgetrennt, was ein schlankes Einschubfach ergibt.Wer Trinkblasen nutzt, wird die gut abgeschottete Ausgangsöffnung für den Schlauch (auf Nackenhöhe) zu schätzen wissen. Seitlich positionierte Kompressionsriemen halten den Rucksack bei nachlassender Füllung möglichst kompakt. Zwei 18 mal 18 Zentimeter große, stretchige Mesh-Seitentaschen verwahren leichte Regenkleidung, Riegel oder anderes häufig benutzte Equipment. Die Rückenlänge ist nicht veränderbar, doch es gibt zwei Varianten: Als Modell M2 mit 50 Zentimeter Rückenlänge wird er für Personen zwischen 1,67 und 1,80 Meter empfohlen, als M3 ist ist erst bei 1,93 Meter Schluss. Diese Einteilung erscheint uns plausibel.

Im dreitägigen Tragestest bei einer Tour durch die spanischen Pyrenäen erwies sich der mit 17 Kilogramm beladene Ultrahike 60 bei stabilem Sitz als sehr bequem. Zusätzlicher Pluspunkt: Air Berlin und Ryan Air akzeptierten den Rucksack als Handgepäck (ohne Gewähr).

Fazit: Leicht, stabil, geräumig und nicht überladen – das macht den Ultrahike 60 zur guten Wahl für mehrtägige Touren, selbst wenn die Passagen mal anspruchsvoller werden sollten.

Hersteller: www.lightwave.uk.com

Modell: Ultrahike 60

Herstellungsland: China

Außenmaße:

Gewicht; 1190 Gramm (in M2)

Fassungsvermögen: 63 Liter

Material: Nylon/420d Dynatech (Rücken); Polyester/300d Micro-Ripstop (Front); Nylon/40d Ripstop (innen)

Varianten: Rückenlänge; in der Farbe Grau

Besonderheiten: sehr leicht; gute Tragegriffe; Schlauchdurchlass, eng anliegend; fixierter Hüftgurt

Preis: EUR 189,-

Testmuster von: Handelsagentur Haas, Tel. +49 (0) 178 6361558; http://handelsagentur-haas.de

Bezug über den Fachhandel

 

Sicher verpackt: Die Frontpartie des Ultrahike 60 ist wasserdicht gearbeitet. Schlaufen für Stöcke und Eispickel erhöhen das Anwendungsspektrum.

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